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Vortrag und Diskussion: „Ein­füh­rung in die materialistische Staatskritik“ mit Moritz Zeiler (Bremen, Associazione Delle Talpe)

Weiter geht’s mit den „Intros Siegen“. Im zweiten Vortrag wird Moritz Zeiler (Bremen, Associazione Delle Talpe) uns eine „Ein­füh­rung in materialistische Staatskritik“ geben.

Die Staatsfrage stellen oder den Staat in Frage stellen? – Einführung in materialistische Staatskritik

In der Linken gehen die Interpretationen über den Staat weit auseinander: für die einen ist er Garant des Allgemeinwohls, anderen gilt er als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. Mit der Veranstaltung wird eine Einführung in die verschiedenen Ansätze materialistischer Staatstheorie skizziert. Dabei werden die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Begriff des Staates präsentiert: die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin (Staat als Instrument der herrschenden Klasse), hegemonietheoretische Analysen des Staates bei Gramsci, Althusser und Poulantzas (Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen) sowie die Überlegungen von Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und die daran anknüpfende Staatsableitungsdebatte.

Moritz Zeiler ist Historiker und Politikwissenschaftler und Mitarbeiter des Bremer Regionalbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er ist Mitherausgeber von “Staatsfragen. Einführungen in materialistische Staatskritik”, rls papers 2009.

Der Vortrag findet am 30. Mai um 20:00 im VEB Siegen statt.

Mehr Informationen:

Folien zur Kritik der politischen Ökonomie

Zu guter Letzt haben wir jetzt noch die Folien zum Vortrag „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ für euch. Ein ganz herzlicher Dank dafür (und den guten Vortrag) geht an dieser Stelle nochmal raus an Claus Peter Ortlieb von EXIT, der uns seine Folien zur Verfügung gestellt hat.

Download: Folien zur Kritik der politischen Ökonomie

Literatur zur Kritik der politischen Ökonomie

Wie versprochen hier die Literaturliste zum gestrigen Vortrag „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“. Die Folien des Referenten laden wir hoch, sobald wir sie haben.

  • Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, MEW 42, 1857/58
    Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, 3 Bände, MEW 23 – 25, 1867 – 1894

  • Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung, 11. Aufl., Stuttgart 2005
  • Anselm Jappe: Die Abenteuer der Ware. Für eine neue Wertkritik, Münster 2005
  • Robert Kurz: Geld ohne Wert. Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie, Berlin 2012

Intros Siegen – Flyer sind da!

Wir warten noch auf die gedruckten Exemplare, aber hier könnt ihr euch schonmal unsere wunderschönen Flyer für die Vortragsreihe „Intros Siegen“ ansehen:

Vortrag und Diskussion: „Ein­füh­rung in die Kri­tik der po­li­ti­schen Öko­no­mie“ mit Claus Peter Ortlieb (Hamburg, Redaktion EXIT!)

Wir beginnen unsere Reihe „Intros Siegen“ mit einem Vortrag von Claus Peter Ortlieb (Hamburg, Redaktion EXIT!) zur „Ein­füh­rung in die Kri­tik der po­li­ti­schen Öko­no­mie“.

Die von Karl Marx Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte Kritik der politischen Ökonomie gilt als theoretische Grundlage der antikapitalistischen Linken und von GesellschaftskritikerInnen verschiedener Art. In einschlägigen Debatten ist sie der oft unausgesprochene oder gar unbewusste Hintergrund der Argumentation. Doch worin besteht diese Theorie? Inwieweit lässt sie sich heute, anderthalb Jahrhunderte nach ihrem Entstehen, überhaupt noch für die Analyse und Kritik moderner Verhältnisse fruchtbar machen? Warum spielt die Ökonomie für eine umfassende Kritik der bürgerlichen Gesellschaft eine so zentrale Rolle? Der Vortrag versucht eine Beantwortung dieser Fragen, indem er die von Marx analysierten grundlegenden Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise nachzeichnet und verdeutlicht: Arbeit, Ware, Geld, Mehrwert, Kapital, Krise. Dabei soll aufgezeigt werden, dass die Kritik der politischen Ökonomie nach wie vor unabdingbar ist für eine Kapitalismuskritik, die weiß, wovon sie spricht.

Der Vortrag findet am 25. April um 20:00 im VEB Siegen statt.

Mehr Informationen:

Vortragsreihe „Intros Siegen“

Wer beginnt, sich mit (radikal) linker Politik zu befassen, findet sich zumeist einem Wust an theoretischen Diskursen gegenüber gestellt, hinter dem die Praxis zu verschwinden scheint. Doch bevor man sich die Frage „Was tun?“ sinnvoll stellen kann, muss man die existierenden Verhältnisse verstehen.

Beispielen aus Bremen und Hamburg folgend haben wir für das kommende Sommersemester eine Reihe mit einführenden Vorträgen organisiert, die jeweils ein Gebiet linker Theorie zum Gegenstand haben. Jeder Vortrag ist in sich geschlossen und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

Im Anschluss an jeden Vortrag wünschen wir uns eine offene und respektvolle Diskussion zum Thema. So sollen die Veranstaltungen einen Betrag dazu leisten, eigene Standpunkte zu entwickeln.

Die Vorträge sind im Einzelnen:

  • 25.4. „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ mit Claus Peter Ortlieb (Redaktion EXIT!),
  • 30.5. „Einführung in die materialistische Staatskritik“ mit Moritz Zeiler (associazione delle talpe),
  • 6.6. „Einführung in die Kritik des Nationalismus“ mit Thorsten Mense (Soziologe und freier Autor für ua. Konkret und Jungle World),
  • 20.6. „Einführung in die Kritik der Religion“ mit Erik Kuhlenkamp (Redaktion phase 2) und
  • 4.7. „Einführung in die Kritik des Antisemitismus“ mit Olaf Kistenmacher (Villigster Forschungsforum).

Alle Vorträge finden jeweils um 20:00 Uhr im VEB Siegen (Marienborner Straße 16) statt und wurden in Zusammenarbeit mit dem autonomen Referat für kritische Wissenschaft und politische Bildung organisiert.

Eure LiLi.

Veranstaltungshinweise

An dieser Stelle möchten wir euch auf zwei Veranstaltungen von respektive mit uns hinweisen, welche in den nächsten Tagen stattfinden und sicherlich den Besuch wert sind:

Am Donnerstag gibt’s im VEB Siegen Politik (und zwar kostenlos!):

Politische Stimmen aus Israel

Donnerstag, 24. Januar 2013
um 19.30 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenlos.

Israel ist nicht einfach ein Staat an der Ostküste des Mittelmeeres, vielmehr handelt es sich um in vielerlei Hinsicht singuläres Projekt, das historisch kaum Vergleiche zu anderen Staaten zulässt. Einwanderer aus über 120 Ländern leben in ihrer religiösen, ideologischen und kulturellen Vielfalt auf engstem Raum in einem demokratischen Staat zusammen und haben ein landwirtschaftlich geprägtes Land in eine führende High-Tech-Nation verwandelt. Gleichzeitig durchziehen innenpolitische Spannungslinien die Gesellschaft, die das Integrationsprojekt vor immer neue Herausforderungen stellt. Hinzu kommt der seit der Staatsgründung anhaltende Konflikt mit den Palästinensern und den arabischen Nachbarstaaten.

Vor dem Hintergrund der Kontraste und Widersprüche der israelischen Gesellschaft wird die Wahl zur Knesset am 22.01.2013 einige Weichen für die nächsten Jahre stellen. Wie geht es weiter in einem Land, dessen Sicherheit permanent bedroht ist? Wie wird sich Israel zur Gründung eines palästinensischen Staats verhalten? Können die sozialen Konflikte im Land entschärft werden?

Neben der Diskussion dieser Fragen werden die Referenten Marc Neumann (Leiter des DGB-Jugendbildungszentrums in Hattingen) und Andreas Hetzer (Lehrkraft in der Politikwissenschaft an der Universität Siegen) Eindrücke und Sichtweisen verschiedenster politischer Akteure präsentieren, mit denen sie auf ihren Reisen durch Israel in den letzten beiden Jahren konfrontiert wurden.

Eine Woche später dann, auch im VEB, Kultur (für schlappe 2 Euro Eintritt!):

Das Ende des bewaffneten Kampfes…
…ist noch nicht vorbei!

Donnerstag, 31. Januar 2013 ab 20:00
Eintritt: 2 Euro

Eine Lesung von und mit Linus Volkmann und Torsun.

Zwei der exzentrischsten Subkultur-Entertainer geben sich erstmals gemeinsam die Ehre. Und zwar mit ganz neuem Stoff. Torsun Burkhardt (Egotronic) gibt einen exklusiven Einblick in seinen noch nicht veröffentlichten zweiten Roman. Linus Volkmann stellt „Kein Schlaf bis Langenselbold“ vor, seinen jüngsten Roman (erscheint Herbst 2012). Doch die Konstellation der beiden verspricht noch weit mehr als nur gute Texte…

Zwei Männer voller Gegensätze
Torsun Burkhardt aus Berlin, Linus Volkmann aus Köln. Ersterer ist Mastermind der Elektropunkgruppe EGOTRONIC, der andere Buchautor sowie Redakteur des Schlagermagazins INTRO.

Das kann ja heiter werden
Burkhardt gilt als druggy Guru einer neuen politisch hedonistischen Dancefloor Youth, hat einen verschärften Hang zum Anti-Deutschtum, zudem trägt er meist einen Hut.
Volkmann verachtet Hüte, besitzt einen Ulrike-Meinhof-Button (Anti-Imp!) und hat seinen Körper zum Tempel erklärt. Gegen Alkohol und Drogen geht er noch vehementer vor als Tarzan aus der Jugendbuchreihe TKKG.

Heirate mich
Doch es gibt auch Überschneidungen: Beide „Herren“ sind erfolgreiche Buchautoren: „Raven wegen Deutschland“, Burkhardt + Daniela Kulla / „Heimweh to hell“, „Anke“ „Endlich Natürlich“, Volkmann. Und stammen, wie ihre Anwälte herausgefunden haben, sogar beide ursprünglich aus Südhessen.

Eine Show names Ärger

Zusammen haben sie nun eine Show auf die Beine gestellt – eine, in der es hoch her geht. Kein Wunder bei den Voraussetzungen. Profiteur des übergeschnappten Kleinkriegs auf der Bühne ist natürlich das Publikum. Das wird Zeuge von humorvollster Interaktion, bekommt genauso Filmchen gezeigt wie kleinere Musikeinlagen verpasst, Drinks ausgegeben – und natürlich vor allem auch vorgelesen aus den neusten Werken der beiden.

Veranstaltet wird die Lesung von Projekt Archiv und LiLi (Linke Liste der Universität Siegen) in Zusammenarbeit mit NDL III (Germanistisches Seminar der Universität Siegen).

Beide Veranstaltungen sind natürlich auch auf Facebook zu finden.

Gedenken an Bruno Kappi

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Heute vor 20 Jahren wurde der sehbehinderte Bruno Kappi auf dem Weg zur Arbeit von Neonazis ermordet. An dieser Stelle möchten wir an ihn erinnern und auf einen Flyer hinweisen, den wir heute im Rahmen einer Kundgebung zum Gedenken an Bruno Kappi verteilt haben.

Kein Vergeben – Kein Vergessen

#6 erschienen!

Es ist endlich geschafft. Die neuste Ausgabe des Magazins der Linken Liste ist unter dem Namen #6 fertig gestellt. Ab sofort könnt Ihr euch das Heft als *.pdf herunterladen. Ab Freitag erhaltet Ihr gedruckte Exemplare auf Anfrage per E-Mail oder persönlich.


#6 *.pdf

Vortrag: Die National-Sozialistische Deutsche Auslands-Parteipresse und ihr Wirken bis ans Ende der Welt: Der Westküsten-Beobachter in Chile.

Dienstag 3. Juli um 19:00 Uhr im KultKaff der Uni Siegen.

Der „Westküsten-Beobachter“ erschien über zehn Jahre (1932-43) lang in Santiago de Chile, wöchentlich und auf Deutsch. Sein Zielpublikum waren Auslandsdeutsche in ganz Südamerika, er diente ihnen als normale Wochenzeitung mit kultur- und lokalpolitischem Inhalt – und war gleichzeitig Auslands-Parteiorgan der NSDAP: Hochrangige Nazis veröffentlichten dort, waren an Organisation und Finanzierung beteiligt und arbeiteten an einem weltweiten Propagandanetz.
Doch auch der deutsche Botschafter in Chile und das Auswärtige Amt veröffentlichten im Westküsten-Beobachter, später teilten sich Redaktion und Botschaft sogar dieselbe Adresse.

Basierend auf ihrem Zufallsfund zeigt die Referentin Dorothee Schlüter, dass und wie die Nazis in fernen Ländern parteipolitische Presse betrieben, organisiert, finanziert haben und dabei sowohl partei- als auch kulturpolitische Ansprüche verfolgten. Neben einer Einordnung in den zeitlichen Existenzkontext schließt Sie damit auch an die erst junge Studie „Das Amt und seine Vergangenheit…“ (2010) an, die seiner Zeit von Außenminister Fischer in Auftrag gegeben wurde und erstmals aufzeigte, dass die bis dahin aufrecht gehaltene These von der erfolgreichen Abschirmung des Auswärtigen Amtes von der Nazipolitik nicht richtig ist.

Zur Person:
Dorothee Schlüter studierte Literatur, Kultur- und Medienwissenschaften in Siegen und Frankfurt (Oder). Bei einem Auslandsaufenthalt in Chile stieß Sie beim Stöbern in einem Antiquariat auf alte Ausgaben einer bis dato unbekannten deutschsprachigen Wochenzeitung – dem Westküsten-Beobachter: Ein Promotionsthema war geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Santiago de Chile.