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Vortrag und Diskussion: „Ein­füh­rung in die Kri­tik der po­li­ti­schen Öko­no­mie“ mit Claus Peter Ortlieb (Hamburg, Redaktion EXIT!)

Wir beginnen unsere Reihe „Intros Siegen“ mit einem Vortrag von Claus Peter Ortlieb (Hamburg, Redaktion EXIT!) zur „Ein­füh­rung in die Kri­tik der po­li­ti­schen Öko­no­mie“.

Die von Karl Marx Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte Kritik der politischen Ökonomie gilt als theoretische Grundlage der antikapitalistischen Linken und von GesellschaftskritikerInnen verschiedener Art. In einschlägigen Debatten ist sie der oft unausgesprochene oder gar unbewusste Hintergrund der Argumentation. Doch worin besteht diese Theorie? Inwieweit lässt sie sich heute, anderthalb Jahrhunderte nach ihrem Entstehen, überhaupt noch für die Analyse und Kritik moderner Verhältnisse fruchtbar machen? Warum spielt die Ökonomie für eine umfassende Kritik der bürgerlichen Gesellschaft eine so zentrale Rolle? Der Vortrag versucht eine Beantwortung dieser Fragen, indem er die von Marx analysierten grundlegenden Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise nachzeichnet und verdeutlicht: Arbeit, Ware, Geld, Mehrwert, Kapital, Krise. Dabei soll aufgezeigt werden, dass die Kritik der politischen Ökonomie nach wie vor unabdingbar ist für eine Kapitalismuskritik, die weiß, wovon sie spricht.

Der Vortrag findet am 25. April um 20:00 im VEB Siegen statt.

Mehr Informationen:

Vortragsreihe „Intros Siegen“

Wer beginnt, sich mit (radikal) linker Politik zu befassen, findet sich zumeist einem Wust an theoretischen Diskursen gegenüber gestellt, hinter dem die Praxis zu verschwinden scheint. Doch bevor man sich die Frage „Was tun?“ sinnvoll stellen kann, muss man die existierenden Verhältnisse verstehen.

Beispielen aus Bremen und Hamburg folgend haben wir für das kommende Sommersemester eine Reihe mit einführenden Vorträgen organisiert, die jeweils ein Gebiet linker Theorie zum Gegenstand haben. Jeder Vortrag ist in sich geschlossen und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

Im Anschluss an jeden Vortrag wünschen wir uns eine offene und respektvolle Diskussion zum Thema. So sollen die Veranstaltungen einen Betrag dazu leisten, eigene Standpunkte zu entwickeln.

Die Vorträge sind im Einzelnen:

  • 25.4. „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ mit Claus Peter Ortlieb (Redaktion EXIT!),
  • 30.5. „Einführung in die materialistische Staatskritik“ mit Moritz Zeiler (associazione delle talpe),
  • 6.6. „Einführung in die Kritik des Nationalismus“ mit Thorsten Mense (Soziologe und freier Autor für ua. Konkret und Jungle World),
  • 20.6. „Einführung in die Kritik der Religion“ mit Erik Kuhlenkamp (Redaktion phase 2) und
  • 4.7. „Einführung in die Kritik des Antisemitismus“ mit Olaf Kistenmacher (Villigster Forschungsforum).

Alle Vorträge finden jeweils um 20:00 Uhr im VEB Siegen (Marienborner Straße 16) statt und wurden in Zusammenarbeit mit dem autonomen Referat für kritische Wissenschaft und politische Bildung organisiert.

Eure LiLi.

Veranstaltungshinweise

An dieser Stelle möchten wir euch auf zwei Veranstaltungen von respektive mit uns hinweisen, welche in den nächsten Tagen stattfinden und sicherlich den Besuch wert sind:

Am Donnerstag gibt’s im VEB Siegen Politik (und zwar kostenlos!):

Politische Stimmen aus Israel

Donnerstag, 24. Januar 2013
um 19.30 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenlos.

Israel ist nicht einfach ein Staat an der Ostküste des Mittelmeeres, vielmehr handelt es sich um in vielerlei Hinsicht singuläres Projekt, das historisch kaum Vergleiche zu anderen Staaten zulässt. Einwanderer aus über 120 Ländern leben in ihrer religiösen, ideologischen und kulturellen Vielfalt auf engstem Raum in einem demokratischen Staat zusammen und haben ein landwirtschaftlich geprägtes Land in eine führende High-Tech-Nation verwandelt. Gleichzeitig durchziehen innenpolitische Spannungslinien die Gesellschaft, die das Integrationsprojekt vor immer neue Herausforderungen stellt. Hinzu kommt der seit der Staatsgründung anhaltende Konflikt mit den Palästinensern und den arabischen Nachbarstaaten.

Vor dem Hintergrund der Kontraste und Widersprüche der israelischen Gesellschaft wird die Wahl zur Knesset am 22.01.2013 einige Weichen für die nächsten Jahre stellen. Wie geht es weiter in einem Land, dessen Sicherheit permanent bedroht ist? Wie wird sich Israel zur Gründung eines palästinensischen Staats verhalten? Können die sozialen Konflikte im Land entschärft werden?

Neben der Diskussion dieser Fragen werden die Referenten Marc Neumann (Leiter des DGB-Jugendbildungszentrums in Hattingen) und Andreas Hetzer (Lehrkraft in der Politikwissenschaft an der Universität Siegen) Eindrücke und Sichtweisen verschiedenster politischer Akteure präsentieren, mit denen sie auf ihren Reisen durch Israel in den letzten beiden Jahren konfrontiert wurden.

Eine Woche später dann, auch im VEB, Kultur (für schlappe 2 Euro Eintritt!):

Das Ende des bewaffneten Kampfes…
…ist noch nicht vorbei!

Donnerstag, 31. Januar 2013 ab 20:00
Eintritt: 2 Euro

Eine Lesung von und mit Linus Volkmann und Torsun.

Zwei der exzentrischsten Subkultur-Entertainer geben sich erstmals gemeinsam die Ehre. Und zwar mit ganz neuem Stoff. Torsun Burkhardt (Egotronic) gibt einen exklusiven Einblick in seinen noch nicht veröffentlichten zweiten Roman. Linus Volkmann stellt „Kein Schlaf bis Langenselbold“ vor, seinen jüngsten Roman (erscheint Herbst 2012). Doch die Konstellation der beiden verspricht noch weit mehr als nur gute Texte…

Zwei Männer voller Gegensätze
Torsun Burkhardt aus Berlin, Linus Volkmann aus Köln. Ersterer ist Mastermind der Elektropunkgruppe EGOTRONIC, der andere Buchautor sowie Redakteur des Schlagermagazins INTRO.

Das kann ja heiter werden
Burkhardt gilt als druggy Guru einer neuen politisch hedonistischen Dancefloor Youth, hat einen verschärften Hang zum Anti-Deutschtum, zudem trägt er meist einen Hut.
Volkmann verachtet Hüte, besitzt einen Ulrike-Meinhof-Button (Anti-Imp!) und hat seinen Körper zum Tempel erklärt. Gegen Alkohol und Drogen geht er noch vehementer vor als Tarzan aus der Jugendbuchreihe TKKG.

Heirate mich
Doch es gibt auch Überschneidungen: Beide „Herren“ sind erfolgreiche Buchautoren: „Raven wegen Deutschland“, Burkhardt + Daniela Kulla / „Heimweh to hell“, „Anke“ „Endlich Natürlich“, Volkmann. Und stammen, wie ihre Anwälte herausgefunden haben, sogar beide ursprünglich aus Südhessen.

Eine Show names Ärger

Zusammen haben sie nun eine Show auf die Beine gestellt – eine, in der es hoch her geht. Kein Wunder bei den Voraussetzungen. Profiteur des übergeschnappten Kleinkriegs auf der Bühne ist natürlich das Publikum. Das wird Zeuge von humorvollster Interaktion, bekommt genauso Filmchen gezeigt wie kleinere Musikeinlagen verpasst, Drinks ausgegeben – und natürlich vor allem auch vorgelesen aus den neusten Werken der beiden.

Veranstaltet wird die Lesung von Projekt Archiv und LiLi (Linke Liste der Universität Siegen) in Zusammenarbeit mit NDL III (Germanistisches Seminar der Universität Siegen).

Beide Veranstaltungen sind natürlich auch auf Facebook zu finden.

Gedenken an Bruno Kappi

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Heute vor 20 Jahren wurde der sehbehinderte Bruno Kappi auf dem Weg zur Arbeit von Neonazis ermordet. An dieser Stelle möchten wir an ihn erinnern und auf einen Flyer hinweisen, den wir heute im Rahmen einer Kundgebung zum Gedenken an Bruno Kappi verteilt haben.

Kein Vergeben – Kein Vergessen

Vortrag: Die National-Sozialistische Deutsche Auslands-Parteipresse und ihr Wirken bis ans Ende der Welt: Der Westküsten-Beobachter in Chile.

Dienstag 3. Juli um 19:00 Uhr im KultKaff der Uni Siegen.

Der „Westküsten-Beobachter“ erschien über zehn Jahre (1932-43) lang in Santiago de Chile, wöchentlich und auf Deutsch. Sein Zielpublikum waren Auslandsdeutsche in ganz Südamerika, er diente ihnen als normale Wochenzeitung mit kultur- und lokalpolitischem Inhalt – und war gleichzeitig Auslands-Parteiorgan der NSDAP: Hochrangige Nazis veröffentlichten dort, waren an Organisation und Finanzierung beteiligt und arbeiteten an einem weltweiten Propagandanetz.
Doch auch der deutsche Botschafter in Chile und das Auswärtige Amt veröffentlichten im Westküsten-Beobachter, später teilten sich Redaktion und Botschaft sogar dieselbe Adresse.

Basierend auf ihrem Zufallsfund zeigt die Referentin Dorothee Schlüter, dass und wie die Nazis in fernen Ländern parteipolitische Presse betrieben, organisiert, finanziert haben und dabei sowohl partei- als auch kulturpolitische Ansprüche verfolgten. Neben einer Einordnung in den zeitlichen Existenzkontext schließt Sie damit auch an die erst junge Studie „Das Amt und seine Vergangenheit…“ (2010) an, die seiner Zeit von Außenminister Fischer in Auftrag gegeben wurde und erstmals aufzeigte, dass die bis dahin aufrecht gehaltene These von der erfolgreichen Abschirmung des Auswärtigen Amtes von der Nazipolitik nicht richtig ist.

Zur Person:
Dorothee Schlüter studierte Literatur, Kultur- und Medienwissenschaften in Siegen und Frankfurt (Oder). Bei einem Auslandsaufenthalt in Chile stieß Sie beim Stöbern in einem Antiquariat auf alte Ausgaben einer bis dato unbekannten deutschsprachigen Wochenzeitung – dem Westküsten-Beobachter: Ein Promotionsthema war geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Santiago de Chile.

Festival contre le racisme an der Uni Siegen

Diese Woche ist wieder das „festival contre le racisme“ an der Uni Siegen. Wir möchten euch hier auf ein paar Veranstaltungen hinweisen, die in diesem Rahmen statt finden.

Jürgen Peters: Neonazismus zwischen Terror, Wahlen und Eventkultur
Montag 11. Juni 18 Uhr – Kultkaff@AR-Campus (AR-H 109)

Dr. Christoph Busch: Der Nationalsozialistische Untergrund – Ein neuer Typ rechstradikaler Gewalt
Dienstag 12. Juni 18 Uhr – Senatssaal@AR-Campus (AR-UB 032)

LiLi Siegen: In welcher Stadt leben wir eigentlich?
Donnerstag 14. Juni 16 Uhr – Kultkaff@AR-Campus (AR-H 109)

In diesem Vortrag werden wir unsere Kampagne zur Umbennenung von Straßen in Siegen erreichen, die nach Nationalsozialisten oder deren Vordenkern benannt sind, vorstellen.

Vortrag: Kurden, Störenfriede der nationalen (Un-) Ordnungen im Mittleren Osten

Am Donnerstag, 23. Februar 2012 laden Links im Dialog und die LiLi Siegen Ulf Petersen aus Köln in das VEB Siegen ein. Petersen ist Reisender, Blogger und Kurdistan-Experte. Er wird uns einen Überblick über die, in mehrfacher Hinsicht, schwierige Lage der kurdischen Bevölkerung in der Region geben. Wir laden zu einer Diskussion, die sich nicht am Nationalismus, welcher Couleur auch immer, oder alten antiimperialistischen Formeln orientiert, sondern auch an der Frage nach dem (Über-) Leben der kurdischen Menschen und ihrer Kultur.

Ankündigungstext:

Die mythische „Wiege der Menschheit“, das Land zwischen Euphrat und Tigris (Zweistromland = Mesopotamien), wird von der Ethnie der Kurden bevölkert. Ihre Siedlungsgebiete liegen in den heutigen Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien. Die Staatsgründungen nach dem ersten Weltkrieg (Türkei, Irak und Syrien) gingen an den Kurden vorbei, sie wurden als in verschiedenem Ausmaß unterdrückte große Minderheiten integriert. Ein innerer Feind, Störenfried der neu zu schaffenden Nationen.
Der türkische Soziologe und Marxist İsmail Beşikçi bezeichnete Kurdistan in den 1980er Jahren als „internationaler Kolonie“. Die Aufstände der Kurden, zuletzt der 1984 begonnene Guerillakrieg der PKK in der Türkei, glichen dem Kampf gegen eine Besatzungsmacht.
Die irakischen Kurden wurden nach der Besatzung des Irak zur wichtigsten Stütze für die USA und haben ein symbolträchtiges Quasi- Kurdistan durchgesetzt. In Syrien und im Iran sind die Kurden Teil der explosiven, „balkanischen“ ethnischen Gemengelagen und stören den arabischen bzw. persischen Herrschaftsanspruch. In der Türkei geht der Staat mit großer Härte gegen die zivile kurdische Opposition vor und nutzt den sunnitischen Islam als politische Waffe gegen die kurdische Freiheitsbewegung und die Linke.
Die türkischen Kurden fordern nach wie vor ihr Recht auf Selbstbestimmung ein. Der Wunsch nach einem eigenen Staat ist in den letzten 10 bis 15 Jahren durch das heute als „demokratische Autonomie“ bezeichnete Konzept Abdullah Öcalans ersetzt worden, das die bestehenden Staatsgrenzen nicht antastet und mit sozialistischen, feministischen und ökologischen Gesellschaftsvorstellungen verbunden ist.
Angesichts der 2011 begonnen arabischen Revolten und der dramatischen Entwicklungen zu Syrien, Irak und Iran (Kriege/Aufstand/Zerfall?) ist alles offen, die Utopie eines freien Kurdistans und der kurdische Nationalismus behalten ihre Kraft, im Guten wie im Schlechten.

Was bisher geschah

Auch im neuen Jahr war eure LiLi nicht untätig.

Am 17. Januar durften wir zuammen mit Links im Dialog Ronny Blaschke im KultKaff der Uni Siegen begrüßen. In seinem Vortrag berichtete er darüber, wie Neonazis die deutsche Fußballfanszene(n) und Vereinsstrukturen für ihre Propaganda und zur Etablierung neuer rechter Strukturen nutzen.

Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass es uns gelungen ist, Diedrich Diederichsen, der sich anlässlich der Tagung „zur Aktualität der Boheme nach 1968″ in Siegen befand, am 2. Februar auch in das VEB Siegen einzuladen. Auf Vorschlag von Diederichsen fand dann dort eine offene Diskussion über aktuelle politsche und kulturwissenschaftliche Themen statt.

Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht und wir möchten uns hier noch einmal ausdrücklich bei allen Gästen und natürlich bei den Referenten bedanken!

Vortrag und Diskussion: Die iranische Konterevolution und ihre Folgen für die Freiheit der IranerInnen

Im Jahre 1979 wurde im Iran der Schah von Persien durch die so genannte iranische Revolution gestürzt. Viele IranerInnen erhofften sich vom Sturz des despotischen Regimes des Schahs ein freieres und besseres Leben.

Diese Hoffnungen wurden in Folge nicht nur enttäuscht sondern im Gegenteil brachte die auf den Sturz folgende Ausrufung durch Ajatollah Chomeini eine islamische Republik hervor.

Bereits lange vor der Staatsgründung hatte Chomeini aus seinen Vorstellungen bezüglich eines alleine auf islamischen Grundsätzen beruhenden Gottesstaat und einer dementsprechenden islamischen Rechtsprechung nach der Sharia keinen Hehl gemacht.

Die Einführung der Sharia, bedeutete und bedeutet nach wie vor eine systematische Entrechtung der weiblichen Bevölkerung.

Eben diese systematische Entrechtung, wie Ehe-, Familien- und Züchtigungsrecht, und dessen Folgen sind Schwerpunkte des Vortrages von Mina Ahadi. Dies wird im Kontext der Re-Islamisierung, also des Übergangs von einem vorher säkularisierten Staat hin zu einer islamischen Republik dargestellt und diskutiert.

Eine Veranstaltung von Women- autonomes Frauenreferat
Donnerstag, 17Juni2010
18.00 h, in der Mediathek neben dem ZFK, Kölner Straße 11

produktivkraft sexualität.

Irmtraud Morgner und das Geschlechterverhältnis in ihren Romanen
VORTRAG UND DISKUSSION MIT USCHI SIEMENS

Komik, Phantasie und genaue Beobachtung der Realität prägen das literarische Werk Irmtraud Morgners, das jüngere Schriftstellerinnen der DDR wie auch die westliche Frauenbewegung inspirierte. In Büchern wie „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“ (1974) und „Amanda. Ein Hexenroman“ (1983) machte sie den Geschlechterkampf und die uneingelöste Gleichberechtigung der Frau zum Thema.

Uschi Siemens ist Autorin u.a. von „Jahrgang 1949: Lebensgeschichten aus Ost und West“ und „Späte Freundschaft. Ein Ost-West-Briefwechsel“.

Eine Kooperation vom Rosa-Luxemburg-Club Siegen, Links im Dialog und der Linke Liste Siegen.

DONNERSTAG, 29. APRIL 2010
19:30 h, Buchhandlung Bücherkiste, Bismarckstr. 3, 57076 Siegen