Termine

Vortrag mit Ulf Petersen: „Revolution in Rojava? – Der kurdische Norden Syriens zwischen Krieg und Rätedemokratie“

Am Schicksal der Kurdinnen und Kurden im Norden Syriens kommt man zur Zeit kaum vorbei – es begegnet einem im Fernsehen, im Netz und auf der Straße. Dennoch hat man selten die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die auch wirklich vor Ort in Rojava waren und erlebt haben, was dort passiert. Umso glücklicher sind wir, mit Ulf Petersen einen Referenten gewonnen zu haben, der uns sowohl einen Reisebericht wie eine politische Einschätzung der Lage aus erster Hand geben kann.

Revolution in Rojava? – Der kurdische Norden Syriens zwischen Krieg und Rätedemokratie

Als der Aufstand und kurze Zeit später der mörderische Krieg in Syrien begann, entschieden sich die Kurd_innen für einen Dritten Weg. Im Norden Syriens bzw. in Westkurdistan (Rojava) bauten sie erst in allen Orten Rätestrukturen und Selbstverteidigungskräfte auf. Als der Krieg sie erreichte, befreiten sie ab 2012 ihre Regionen von den Truppen Assads. Genauso halten sie Distanz zur islamistisch-nationalistischen Opposition. Seitdem wird die Gesellschaft in radikal-demokratischer Weise neu strukturiert. Heute hat fast jeder Straßenzug und jedes Dorf seine Kommune, die das politische, soziale und kulturelle Leben in kollektiver Art organisiert. Die Frauen sind bei der darauf aufbauenden Rätestruktur ganz vorne mit dabei. Anfang 2014 haben sie gemeinsam mit den zahlreichen ethnischen und Religionsgruppen in den drei Regionen von Rojava Cizîre, Kobanî und Efrin die „Demokratische Autonomie“ ausgerufen.
Wie funktioniert das politische, soziale und wirtschaftliche Leben heute in Rojava? Welche Herausforderungen gibt es beim Aufbauprozess; auch angesichts der Angriffe von ISIS und anderer Kräfte und des Embargos durch die Türkei, den ISIS und die kurdische Regionalregierung im Nordirak? Welche politische Perspektive steckt hinter der Selbstverwaltung fern von Nationalstaat und Patriarchat? Welche positiven Folgen kann Rojava auf Syrien und den Mittleren Osten haben? Welche Auswirkungen haben die neuesten ISIS Eroberungen im Irak auf Rojava?

Ulf Petersen von Kampagne TATORT Kurdistan berichtet von den Verhältnissen und Entwicklungen vor Ort.

04.12.2014
19:30
VEB Siegen

Tagesseminar: Zum Verhältnis von Kapitalismuskritik und Antisemitismus

Nach ein paar Monaten Pause haben wir mal wieder eine Veranstaltung organisiert, diesmal ganztägig und deutlich interaktiver als sonst, aber seht selbst:

Tagesseminar: Zum Verhältnis von Kapitalismuskritik und Antisemitismus

08.11.2014 • 14:00 Uhr • VEB Siegen, Marienborner Straße 16

Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte. Dennoch ist nicht jede Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik per se fortschrittlich. So verstehen sich traditionell auch Faschist_innen als antikapitalistisch. Doch auch die politische Linke ist nicht immun vor fehlerhaften Analysen und reaktionären Lösungsstrategien. Wie äußert sich nun eine regressive Kritik an den kapitalistischen Verhältnissen und wie kann dem entgegnet werden?
In einem fünfstündigen Tagesworkshop sollen diese Fragen gemeinsam mit Olaf Kistenmacher geklärt werden. Schwerpunkt wird dabei das Verhältnis von regressivem Antikapitalismus und (strukturellem) Antisemitismus sein.
Das Seminar findet im Rahmen der von der Amadeu-Antonio-Stiftung organisierten „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ statt.

Für dieses Seminar sind keine theoretischen Vorkenntnisse nötig. Anmeldungen bitte per E-Mail an: lilisiegen@gmx.de

Zur Person:
Olaf Kistenmacher lebt und arbeitet als Historiker in Hamburg. Er ist Mitglied des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e. V. und schreibt unter anderem für Jungle World, Konkret und Phase 2.
Eine Veranstaltung der Linken Liste Siegen (lili.blogsport.de) in Kooperation mit Links im Dialog.

Vortrag mit Felix M. Steiner: „Die rassistischen Anti-Asylproteste & die Strategie der extremen Rechten“

Wir haben mal wieder einen Vortrag für euch! Diesmal haben wir, in Kooperation mit dem AStA der Uni Siegen und Links im Dialog, Felix M. Steiner nach Siegen geholt, der über die in den letzten Jahren in Quantität und Qualität gestiegenen Proteste gegen AsylbewerberInnen sprechen wird:

Die rassistischen Anti-Asylproteste & die Strategie der extremen Rechten

In den letzten Jahren kam es zu einem Anstieg der Asylanträge in Deutschland. Gleichzeitig urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Leistungen für Flüchtlinge mit dem „Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums […] unvereinbar“ sind. Damit bekam das Thema Asyl in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit, auch von extrem rechter Seite. Die Hetze gegen Flüchtlinge hat in den letzten beiden Jahren immer mehr zugenommen und damit einhergehend auch die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Doch mit welcher Strategie will die extreme Rechte mit dem Thema Asyl in der „Mitte der Gesellschaft“ ankommen? Wie versuchen die Akteure Protest zu mobilisieren? Und ist die Situation mit den 1990er Jahren vergleichbar? Genau um diese Fragen und eine Einschätzung zur aktuellen Situation soll es im Vortrag gehen.

Felix M. Steiner arbeitet als freier Journalist vor allem im Themengebiet extreme Rechte in Deutschland. Er gehört unter anderem zur Redaktion des Blogs Publikative.org, schreibt für Zeit-Online-Störungsmelder und andere Medien.

07.07.2014
19:00 Uhr
Uni Siegen, Adolf-Reichwen-Campus, Gelber Hörsaal


Vortrag und Lesung mit Chris Hirte: Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Kaum ist Markus End weg (Danke nochmal für den super Vortrage und Danke an alle Gäste!) haben wir schon die nächste Veranstaltung für euch. Der Beginn des ersten Weltkriegs jährt sich bekanntlich in diesem Jahr zum hundertsten Mal. Diese Zeit hat der Dichter und Anarchist Erich Mühsam in seinen Tagebücher festgehalten, aus welchen Chris Hirte uns am kommenden Sonntag (25.05.14) vorlesen wird:

Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Vortrag und Lesung mit Chris Hirte
Sonntag, 25.05.14
18 Uhr
VEB Siegen

Erich Mühsam hat 15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, Tagebuch geführt und sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Seine Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 bis 1916 (Band 3-5) sind eine Chronik des I. Weltkrieges. Er erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte der nationalen und internationale Presse über die Kriegsgräuel und den Völkermord an den Armeniern. Immer wieder sucht er vergeblich nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung. Auch den Alltag abseits der Front schildert er eindringlich, die steigenden Lebensmittelpreise, die Proteste dagegen und den aufkeimenden Antisemitismus.
Die historisch-kritische Ausgabe der „Tagebücher“ wird von Chris Hirte und Conrad Piens herausgegeben. Sie erscheint in 15 Bänden im Verbrecher Verlag und zugleich als Online-Edition.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen, des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung (Links im Dialog) und des FSR GG LaBaMa.

Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als zentrale Figur der Schwabinger Bohème war er befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger, Fanny zu Reventlow und vielen anderen. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des „Simplicissimus“ und der „Jugend“. Von 1911 bis 1919 gab Erich Mühsam in München die Zeitschrift „Kain“ heraus. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde.

1933 wurde er verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet. Sein Tod jährt sich 2014 zum 80. Mal.

Vortrag und Diskussion: „Überall dort, wo viele Roma auftauchen, gibt‘s Probleme und keinerlei Lösungen“ – Die Debatte um „Armutszuwanderung“ in deutschen Medien – mit Markus End

Thematisch an unsere Mobilisierung zur Demonstration „»Duisburg, mon Amour«!? – Gegen die rassistischen und antiziganistischen Zustände“ anknüpfend haben wir einen Vortrag organisiert, zu dem wir euch hiermit herzlich einladen möchten:

„Überall dort, wo viele Roma auftauchen, gibt‘s Probleme und keinerlei Lösungen“ – Die Debatte um „Armutszuwanderung“ in deutschen Medien

Vortrag und Diskussion mit Markus End (u.A. Herausgeber der Buchreihe Antiziganistische Zustände)

Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als „Zigeuner“ diskriminiert und teilweise verfolgt. In den letzten zwei Jahren wurde in deutschen Medien eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer sogenannten „Armutszuwanderung“ ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende „Anwohner“ berichten über „Müll“, „Lärm“ und „Kriminalität“, der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnen vor der Gefährdung des sozialen Friedens“.
Im Vortrag soll diese Debatte und insbesondere die mediale Berichterstattung genauer untersucht und kritisiert werden. Anhand verschiedener Beispiele wird auf Mechanismen und Argumentationsweisen medialer Berichterstattung eingegangen, die beteiligten Akteur*innen werden genauer beleuchtet, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren der Debatte einzugehen.

Donnerstag, 15.05.2014
19 Uhr
VEB Siegen
Marienborner Straße 16

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen und des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung (Links im Dialog).

Infoveranstaltung: “Von Problemhäusern und Klaukids”

Am 30.04.2014 rufen wir, gemeinsam mit anderen Gruppen aus NRW, zu einer Demonstration gegen Rassismus und Antiziganismus in Duisburg auf. Wieso es gerade in Duisburg notwendig ist eine solche Demonstration zu veranstalten erfahrt ihr im Aufruf zur Demo.

Zu diesem Anlass möchten wir euch zu einer Informationsveranstaltung einladen, auf der über die Situation in Duisburg und die geplante Demo berichtet werden soll. Dazu besuchen uns ReferentInnen der Intiative gegen Duisburger Zustände, die zu den aufrufenden Gruppen zählt. Die Veranstaltung findet am Mittwoch den 09. April um 19:00 Uhr im VEB Siegen statt:

Von Problemhäusern und Klaukids – Antiziganismus in Duisburg Infoveranstaltung mit ReferentInnen der Initiative gegen Duisburger Zustände

Seit nunmehr fast zwei Jahren breitet sich in Duisburg mehr und mehr eine antiziganistische Stimmung – bis hin zu Übergriffen – aus. In der Presse bestimmen Schlagzeilen über “Problemhäuser” und “Klaukids” sowie Panikmache vor vermeintlichen “Zuwandererströmen” das Bild. Dadurch fühlen sich Rassist*innen aller Couleuer ermutigt, ihrem Hass in sozialen Netzwerken freien Lauf zu lassen. Auf der Straße formieren sich sogenannte “Bürgerproteste” die ins gleiche Horn stoßen. Auch an den Urnen der letzten Wahl hat sich diese Stimmung deutlich wiedergespiegelt. Dabei kommen die Stichwortgeber antiziganistischer und rassistischer Hetze nicht aus der radikalen Rechten, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. Von Polizeisprechern bis hin zum Oberbürgermeister bricht sich ein xenophober Furor Bahn.

Bei der Veranstaltung wird es darum gehen, die hinter diesen Ereignissen stehenden Ressentiments aufzuzeigen und mögliche Reaktionen zu diskutieren. Des weiteren wird im Rahmen der Veranstaltung über eine antifaschistische Demonstration am 30.04. in Duisburg informiert werden, die sich gegen den Antiziganismus und Rassismus vor Ort richtet.
Mehr Infos zur Demonstration gibt es unter:

http://duisburgmonamour.org/

Die Initiative gegen Duisburger Zustände (IgDZ) ist ein ideologiekritisches Bündnis aus der Region.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen (lili.blogsport.de) und dem au­to­no­men Re­fe­rat für kri­ti­sche Wis­sen­schaft und po­li­ti­sche Bil­dung (Links Im Dialog).

Mittwoch, 09.04, 19:00 Uhr

Wir sehen uns am 09.04 im VEB – und am 30.04 in Duisburg!

Verstanstaltungshinweise März

Folgend möchten wir euch auf ein paar Veranstaltung außerhalb Siegens im März hinweisen.

#1
Für den 15. März hat die Neonazipartei „Die Rechte“ einen Aufmarsch in Koblenz angekündigt. Hintergrund ist der andauernde Prozess gegen das „Aktionbüro Mittelrhein“, in dem auch gegen einen Siegener Neonazi ermittelt wurde. In Koblenz hat sich ein Bündnis gegründet und eine Demonstration gegen den Naziaufmarsch angemeldet. Der DGB Siegen hat einen Bus organisiert, mit dem man am 15. aus Siegen nach Koblenz reisen kann:

#2
Antirassistische Demonstration in Duisburg

In Münster wollen am 22. März fundamentalisitsche ChristInnen und andere fiese Leute „gegen Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, Ver­hü­tung, Sex vor der Ehe, Ho­mo­se­xua­li­tät und wo­ge­gen Men­schen fun­da­men­ta­lis­ti­scher Aus­rich­tung sonst noch so sind“ demonstrieren. Wie in den letzten Jahren auch veranstaltet die Initiative „Gegen 1000 Kreuze“ eine Gegendemonstration und will feministische und emanzipatorische Inhalte auf die Straße tragen. Mehr dazu findet Ihr auf ihrem Blog.

#3
Antirassistische Demonstration in Duisburg

Am 29. März wird eine Antifa-Demo in Dortmund stattfinden:

In die­sem Jahr jährt sich der Mord an Tho­mas Schulz durch den Neo­na­zi Sven Kah­lin zum neun­ten Mal. Wir neh­men dies zum An­lass, auch die­ses Mal wie­der gegen rech­te Ge­walt zu de­mons­trie­ren und un­se­re So­li­da­ri­tät mit den Op­fern jener Ge­walt zum Aus­druck zu brin­gen. Dabei wol­len wir uns je­doch nicht nur auf Tho­mas Schulz und den in Dort­mund vom NSU er­mor­de­ten Meh­met Kubaşık be­schrän­ken, son­dern auch gegen die Ver­hält­nis­se, die diese Ge­walt erst er­mög­li­chen, de­mons­trie­ren. Nach dem Ver­bot des »Na­tio­na­len Wi­der­stands Dort­mund« (NWDO) durch das NRW-​In­nen­mi­nis­te­ri­um im Au­gust 2012 folg­te wenig spä­ter die Re­or­ga­ni­sa­ti­on der hie­si­gen Szene in der Par­tei »Die Rech­te«. Es hat sich daher ge­zeigt, dass Ver­bo­te nicht viel hel­fen, um Nazis zu be­kämp­fen. Auch wenn ge­walt­tä­ti­ge Über­grif­fe durch Nazis nicht mehr wie noch vor ei­ni­gen Jah­ren trau­ri­ge Re­gel­mä­ßig­keit sind, exis­tie­ren die Na­zi­struk­tu­ren in Dort­mund immer noch. Un­se­re De­mons­tra­ti­on wird daher nach Dorst­feld füh­ren, wo die Nazis auch als Par­tei­mit­glie­der wei­ter­hin woh­nen. Wir wol­len diese trü­ge­ri­sche Ruhe stö­ren!

Dorst­feld ist immer einen Be­such wert!
Gegen Na­zi­struk­tu­ren und rech­te Ge­walt!

29. März 2014 | 14.​00 Uhr | Dort­mund HBF (Vor­platz)

Antirassistische Demonstration in Duisburg

Veranstaltungshinweise für Samstag den 09.11.13

An dieser Stelle möchten wir euch auf zwei Veranstaltungen am kommende Samstag den 09.11.13 hinweisen. In beiden Fällen geht es darum, sich solidarisch mit Geflüchteten in Deutschland zu zeigen und gleichzeitig rassistischen Ressentiments eine Absage zu erteilen.

Einmal geht um eine Kundgebung im Siegener Umland: Die „AG Solidarität mit Geflüchteten! Rassismus stoppen“ ruft zur Kundgebung in Burbach auf. Den Text gibt es hier auch als Druckversion!

Soli-Kundgebung der „AG Solidarität mit Geflüchteten! Rassismus stoppen“

09. November 2013, 11.00 Uhr – 13.00 Uhr
in 57299 Burbach auf dem Marktplatz (auf dem Parkplatz vor REWE)

Mit Redebeiträgen von
• Werner Leis (DGB Südwestfalen)
• Britta Tillmann (Geflüchtetenhilfe Siegen)

Die Kundgebung ist mit einer Sammelaktion verbunden! Winterbekleidung und Spielsachen für die Asylsuchenden können vor Ort abgegeben werden. Wir leiten diese an die zuständige Stelle weiter.

Aufruf

Flucht ist kein Verbrechen! Menschenrechte für ALLE!

In Solidarität mit den Geflüchteten in Siegen-Wittgenstein stehen wir auf und kämpfen für gleiche Rechte und gegen rassistische Hetze!

Es reicht mit der rassistischen Hetze gegen Geflüchtete!

Auch wir schließen uns aus aktuellem Anlass den bundesdeutschen Protesten gegen rassistische Feindseligkeiten und für eine gleichberechtigte Rechtsstellung von Geflüchteten an.

Nach monatelanger, zumeist mit Todesangst und Entbehrungen verbundener Flucht vor Hunger, Krieg und Armut – auch ausgelöst durch wirtschaftliche Ausbeutung und Waffenlieferungen durch Länder wie der Bundesrepublik Deutschland – erwartet Menschen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nur Trostlosigkeit und Anfeindungen. Als Menschen zweiter Klasse werden Asylbewerber*innen und Geduldeten in unserer Verfassung verbriefte Menschenrechte – z.B. durch Einschränkungen ihrer Freizügigkeit und Berufsfreiheit – verweigert. Und mehr noch:

Sie werden mit rassistischen Ressentiments konfrontiert, die aus Angst vor einem Verlust an wirtschaftlichem Wohlstand sowie menschenverachtenden Einstellungen resultieren. Forciert durch die journalistische Hetze in Form von unausgewogener Berichterstattung schwelt ein fremdenfeindliches Klima, das in der Vergangenheit bereits viel zu viele Opfer gefordert hat.

Wir treten dem entschieden entgegen und verurteilen den Bericht der Siegener Zeitung vom 30.10.2013 über Straftaten Geflüchteter. Die Stigmatisierung und Kriminalisierung der in Burbach untergebrachten Geflüchteten wegen (derzeit gerichtlich noch nicht überprüften) Fehlverhaltens Einzelner wird von uns nicht akzeptiert. Denn undifferenzierte Berichterstattung gegen eine bestimmte Gruppe führt zur Entstehung und Forcierung von rassistischen Einstellungen.

Wir fordern
• die bundesweite Gleichstellung von Geflüchteten mit Blick auf die allgemeingültigen Menschenrechte,
• die verbesserte Grundversorgung von Geflüchteten,

• einen respektvollen Umgang zwischen Geflüchteten und Bürger*innen sowie
• den Stopp rassistischer, stigmatisierender Berichterstattung

Kommt zahlreich!

In Duisburg ist eine antirassistische Demonstrantion anlässlich zwei geplanter Kundgebungen von ProNRW geplant. Zwar wurden die Kundgebungen mittlerweile verboten, zur Demo wird aber weiterhin mobilisiert. Mehr Infos gibt’s auf dem Blog des Bündnisses „Erinnern heißt Handeln“:

Antirassistische Demonstration in Duisburg

Wir sehen uns am Samstag – ob in Burbach oder Duisburg!

Vortrag: „Flora Tristan – Der Traum vom feministischen Sozialismus“ mit Florence Hervé

Flora Tristan (1803-1844) – Der Traum vom feministischen Sozialismus

„Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf“, urteilte ihr Enkel, der Maler Paul Gauguin, der Flora Tristan gar nicht gekannt hat. Die französisch-peruanische Autorin, Journalistin, Rednerin, Kulturvermittlerin und Internationalistin, die sich von einer Paria zu einer politischen Propagandistin entwickelte, begründete theoretisch die Vereinigung von Feminismus und Sozialismus.
Sie erklärte fünf Jahre vor Marx und Engels, dass sich die Arbeiter nur selbst befreien können, und trat für die Befreiung der Frau ein.
Flora Tristan war auch die Autorin von spannenden Werken wie „Die Notwendigkeit, Ausländerinnen gut aufzunehmen“, „Fahrten einer Paria“ und „Tour de France“ – damals Bestseller – heute noch ein Lesegenuss, und in ihrer Thematik immer noch aktuell.

Ein Vortrag mit Dr. Florence Hervé: Journalistin, Dozentin, Autorin und Herausgeberin des Buches „Flora Tristan oder: Der Traum vom feministischen Sozialismus“ (2013)

Am Donnerstag, den 14.11.2013 um 19.00 Uhr im VEB Siegen.

Eine gemeinsame Veranstaltung der LiLi – Linke Liste Siegen, des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung – Links Im Dialog, des autonomen Frauen- und Lesbenreferats – WoMen und des intellektuellen FotzenClubs.

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal – Das V-Wort: Vergewaltigung neu Verhandeln.

Sollte es nicht gerade bei dem Thema Vergewaltigung, das so nahe an der Wurzel unserer Gesellschaft ist, dass seine Bedrohung ebenso allgegenwärtig ist wie die Berichterstattung über diese Bedrohung, ein besonderes Bedürfnis nach Fakten (im Gegensatz zu Mythen) geben? Aber – und das ist eine der verblüffenden Erkenntnisse meiner Recherche – die Wirklichkeit von Vergewaltigung, und damit ist nicht mehr gemeint als ihre alltäglichen Ausformungen, hatte und hat nur wenig damit zu tun, was darüber vermittelt wird. Wenn wir die kulturellen Skripte, auf die wir bei der Integration und Kommunikation von Erfahrungen zutiefst angewiesen sind, verstehen und umschreiben wollen, müssen wir also unsere Grundüberzeugungen in Frage stellen. Über Vergewaltigung zu reden ist ein Problem, weil kaum ein anderes Wort so unmittelbar traumatisierend ist.

Kaum ein anderes Wort wirkt so unmittelbar traumatisierend, außer vielleicht Krebs. Deshalb ist es so außerordentlich schwierig, über Vergewaltigung zu sprechen, ohne mit jedem Satz eben diese Traumatisierungen anzutriggern. Umso wichtiger ist es, das Wissen, das wir über Vergewaltigung produzieren, und das wie alles Wissen eine Geschichte und eine Genese hat, gegen den Strich zu lesen, in der Hoffnung zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Diskussion ausdrücklich erwünscht!

Mithu Melanie Sanyal ist Doktora der Kulturwissenschaften, Journalistin bei verschiedenen Rundfunkanstalten und Printmedien und Autorin des Buches „Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“.

Eine gemeinsame Veranstaltung von der Linken Liste „LiLi“ Siegen, dem Autonomen Frauenreferats „WoMen“, vom autonomen Referat für kritische Wissenschaft und politische Bildung „Links im Dialog“ und dem intellektuellen FotzenClub.

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal,
Donnerstag 13. Juni 2013 um 19Uhr im VEB.