Vortrag und Lesung mit Chris Hirte: Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Kaum ist Markus End weg (Danke nochmal für den super Vortrage und Danke an alle Gäste!) haben wir schon die nächste Veranstaltung für euch. Der Beginn des ersten Weltkriegs jährt sich bekanntlich in diesem Jahr zum hundertsten Mal. Diese Zeit hat der Dichter und Anarchist Erich Mühsam in seinen Tagebücher festgehalten, aus welchen Chris Hirte uns am kommenden Sonntag (25.05.14) vorlesen wird:

Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Vortrag und Lesung mit Chris Hirte
Sonntag, 25.05.14
18 Uhr
VEB Siegen

Erich Mühsam hat 15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, Tagebuch geführt und sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Seine Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 bis 1916 (Band 3-5) sind eine Chronik des I. Weltkrieges. Er erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte der nationalen und internationale Presse über die Kriegsgräuel und den Völkermord an den Armeniern. Immer wieder sucht er vergeblich nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung. Auch den Alltag abseits der Front schildert er eindringlich, die steigenden Lebensmittelpreise, die Proteste dagegen und den aufkeimenden Antisemitismus.
Die historisch-kritische Ausgabe der „Tagebücher“ wird von Chris Hirte und Conrad Piens herausgegeben. Sie erscheint in 15 Bänden im Verbrecher Verlag und zugleich als Online-Edition.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen, des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung (Links im Dialog) und des FSR GG LaBaMa.

Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als zentrale Figur der Schwabinger Bohème war er befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger, Fanny zu Reventlow und vielen anderen. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des „Simplicissimus“ und der „Jugend“. Von 1911 bis 1919 gab Erich Mühsam in München die Zeitschrift „Kain“ heraus. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde.

1933 wurde er verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet. Sein Tod jährt sich 2014 zum 80. Mal.

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