Vortrag und Diskussion: „Einführung in die Kritik des Antisemitismus“ mit Olaf Kistenmacher

Kommenden Donnerstag, den 4. Juli, geht unsere „Intros Reihe“ auch schon zu Ende. Den letzten Vortrag wird Olaf Kistenmacher zur Kritik des Antisemitismus halten.

Um die Judenfeindschaft im 20. und 21. Jahrhundert kritisieren zu können, ist es notwendig, zwischen verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus zu unterscheiden. Im späten 19. Jahrhundert entstand der moderne Antisemitismus. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten die Nationalsozialisten auf dieser Basis ihre Weltanschauung eines eliminatorischen Antisemitismus. Bis 1945 war es noch üblich, dass sich Menschen freimütig zu ihrer Judenfeindschaft bekannten. Seit 1945 sind andere, verstecktere Formen der Judenfeindschaft verbreitet. Doch auch wenn selten offen gegen Jüdinnen und Juden gehetzt wird, spuken die Vorstellungen, dass „die Juden“ eine besondere Verbindung zum Geld und zum Kapital hätten und über eine besondere Macht verfügten, nach wie vor in den Köpfen herum. Am offensten zeigt sich eine Voreingenommenheit gegenüber „dem Jüdischen“ in Diskussionen über den Staat Israel. Bei der Entstehung dieses antizionistischen Antisemitismus spielte die politische Linke eine besondere Rolle.

Olaf Kistenmacher promovierte an der Universität Bremen zum Thema „Arbeit und „jüdisches Kapital“. Antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD, Die Rote Fahne, während der Weimarer Republik, 1918 bis 1933“. Er schreibt für die Konkret, Jungle World und Phase 2.

Aktuelle Veröffentlichung: Zum Zusammenhang von Antisemitismus und Antizionismus. Die Nahost-Berichterstattung der Tageszeitung der KPD, „Die Rote Fahne“, während der Weimarer Republik, in: Michael Nagel/Moshe Zimmermann (Hg.): Judenfeindschaft und Antisemitismus in der deutschen Presse über fünf Jahrhunderte/Five hundred Years of Jew-Hatred and Anti-Semitism in the German Press, Bremen: Edition Lumière 2013, Band 2, S. 591-608.

Der Vortrag findet wie immer um 20:00 im VEB Siegen (Marienborner Straße 16) statt.

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