Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal – Das V-Wort: Vergewaltigung neu Verhandeln.

Sollte es nicht gerade bei dem Thema Vergewaltigung, das so nahe an der Wurzel unserer Gesellschaft ist, dass seine Bedrohung ebenso allgegenwärtig ist wie die Berichterstattung über diese Bedrohung, ein besonderes Bedürfnis nach Fakten (im Gegensatz zu Mythen) geben? Aber – und das ist eine der verblüffenden Erkenntnisse meiner Recherche – die Wirklichkeit von Vergewaltigung, und damit ist nicht mehr gemeint als ihre alltäglichen Ausformungen, hatte und hat nur wenig damit zu tun, was darüber vermittelt wird. Wenn wir die kulturellen Skripte, auf die wir bei der Integration und Kommunikation von Erfahrungen zutiefst angewiesen sind, verstehen und umschreiben wollen, müssen wir also unsere Grundüberzeugungen in Frage stellen. Über Vergewaltigung zu reden ist ein Problem, weil kaum ein anderes Wort so unmittelbar traumatisierend ist.

Kaum ein anderes Wort wirkt so unmittelbar traumatisierend, außer vielleicht Krebs. Deshalb ist es so außerordentlich schwierig, über Vergewaltigung zu sprechen, ohne mit jedem Satz eben diese Traumatisierungen anzutriggern. Umso wichtiger ist es, das Wissen, das wir über Vergewaltigung produzieren, und das wie alles Wissen eine Geschichte und eine Genese hat, gegen den Strich zu lesen, in der Hoffnung zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Diskussion ausdrücklich erwünscht!

Mithu Melanie Sanyal ist Doktora der Kulturwissenschaften, Journalistin bei verschiedenen Rundfunkanstalten und Printmedien und Autorin des Buches „Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“.

Eine gemeinsame Veranstaltung von der Linken Liste „LiLi“ Siegen, dem Autonomen Frauenreferats „WoMen“, vom autonomen Referat für kritische Wissenschaft und politische Bildung „Links im Dialog“ und dem intellektuellen FotzenClub.

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal,
Donnerstag 13. Juni 2013 um 19Uhr im VEB.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Reddit
  • Tumblr
  • Twitter