Audiomitschnitt: Ulf Petersen – Revolution in Rojava?

Hier der Audiomitschnitt unseres Vortrags vom 04.12. mit Ulf Petersen „Revolution in Rojava? – Der kurdische Norden Syriens zwischen Krieg und Rätedemokratie“ als Stream und zum downloaden (Link im Player integriert).

Vortrag mit Ulf Petersen: „Revolution in Rojava? – Der kurdische Norden Syriens zwischen Krieg und Rätedemokratie“

Am Schicksal der Kurdinnen und Kurden im Norden Syriens kommt man zur Zeit kaum vorbei – es begegnet einem im Fernsehen, im Netz und auf der Straße. Dennoch hat man selten die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die auch wirklich vor Ort in Rojava waren und erlebt haben, was dort passiert. Umso glücklicher sind wir, mit Ulf Petersen einen Referenten gewonnen zu haben, der uns sowohl einen Reisebericht wie eine politische Einschätzung der Lage aus erster Hand geben kann.

Revolution in Rojava? – Der kurdische Norden Syriens zwischen Krieg und Rätedemokratie

Als der Aufstand und kurze Zeit später der mörderische Krieg in Syrien begann, entschieden sich die Kurd_innen für einen Dritten Weg. Im Norden Syriens bzw. in Westkurdistan (Rojava) bauten sie erst in allen Orten Rätestrukturen und Selbstverteidigungskräfte auf. Als der Krieg sie erreichte, befreiten sie ab 2012 ihre Regionen von den Truppen Assads. Genauso halten sie Distanz zur islamistisch-nationalistischen Opposition. Seitdem wird die Gesellschaft in radikal-demokratischer Weise neu strukturiert. Heute hat fast jeder Straßenzug und jedes Dorf seine Kommune, die das politische, soziale und kulturelle Leben in kollektiver Art organisiert. Die Frauen sind bei der darauf aufbauenden Rätestruktur ganz vorne mit dabei. Anfang 2014 haben sie gemeinsam mit den zahlreichen ethnischen und Religionsgruppen in den drei Regionen von Rojava Cizîre, Kobanî und Efrin die „Demokratische Autonomie“ ausgerufen.
Wie funktioniert das politische, soziale und wirtschaftliche Leben heute in Rojava? Welche Herausforderungen gibt es beim Aufbauprozess; auch angesichts der Angriffe von ISIS und anderer Kräfte und des Embargos durch die Türkei, den ISIS und die kurdische Regionalregierung im Nordirak? Welche politische Perspektive steckt hinter der Selbstverwaltung fern von Nationalstaat und Patriarchat? Welche positiven Folgen kann Rojava auf Syrien und den Mittleren Osten haben? Welche Auswirkungen haben die neuesten ISIS Eroberungen im Irak auf Rojava?

Ulf Petersen von Kampagne TATORT Kurdistan berichtet von den Verhältnissen und Entwicklungen vor Ort.

04.12.2014
19:30
VEB Siegen

Tagesseminar: Zum Verhältnis von Kapitalismuskritik und Antisemitismus

Nach ein paar Monaten Pause haben wir mal wieder eine Veranstaltung organisiert, diesmal ganztägig und deutlich interaktiver als sonst, aber seht selbst:

Tagesseminar: Zum Verhältnis von Kapitalismuskritik und Antisemitismus

08.11.2014 • 14:00 Uhr • VEB Siegen, Marienborner Straße 16

Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte. Dennoch ist nicht jede Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik per se fortschrittlich. So verstehen sich traditionell auch Faschist_innen als antikapitalistisch. Doch auch die politische Linke ist nicht immun vor fehlerhaften Analysen und reaktionären Lösungsstrategien. Wie äußert sich nun eine regressive Kritik an den kapitalistischen Verhältnissen und wie kann dem entgegnet werden?
In einem fünfstündigen Tagesworkshop sollen diese Fragen gemeinsam mit Olaf Kistenmacher geklärt werden. Schwerpunkt wird dabei das Verhältnis von regressivem Antikapitalismus und (strukturellem) Antisemitismus sein.
Das Seminar findet im Rahmen der von der Amadeu-Antonio-Stiftung organisierten „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ statt.

Für dieses Seminar sind keine theoretischen Vorkenntnisse nötig. Anmeldungen bitte per E-Mail an: lilisiegen@gmx.de

Zur Person:
Olaf Kistenmacher lebt und arbeitet als Historiker in Hamburg. Er ist Mitglied des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e. V. und schreibt unter anderem für Jungle World, Konkret und Phase 2.
Eine Veranstaltung der Linken Liste Siegen (lili.blogsport.de) in Kooperation mit Links im Dialog.

Audio-Mitschnitt: Felix Steiner – Die rassistischen Anti-Asylproteste und die Strategie der extremen Rechten

Hiermit möchten wir euch den Mitschnitt des Vortrags von Felix Steiner über die rassistischen Anti-Asylproteste & die Strategie der extremen Rechten vom 07.07 nachreichen, wie üblich als Stream und über den im Player integrierten Link als Direktdownload verfügbar. Viel Vergnügen damit!

Neuer Antisemitismus Watchblog

Heute möchten wir euch auf einen neuen Antisemitismus Watchblog hinweisen, den verschiedene linke Gruppen zusammen angelegt haben, um der aktuellen Welle antisemitischer Vorfälle in Deutschland etwas entgegenzusetzen:

Über dieses Projekt

In den letzten Wochen kam es in der Bundesrepublik zu einer seit 1945 unübertroffenen Qualität antisemitischer Vorfälle: große antiisraelische Aufmärsche wurden begleitet von zahlreichen Übergriffen auf Jüdinnen und Juden, jüdische Einrichtungen, israelsolidarische und antisemitismuskritische Veranstaltungen sowie Pasant*innen und Journalist*innen. Diese Situation ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt: europa- und weltweit kommt es ausgehend von Demonstrationen immer wieder zu gewaltsamen antisemitischen Ausschreitungen.

Auf diesem Blog sollen antisemitische Vorfälle im Zusammenhang mit antiisraelischen Versammlungen dokumentiert sowie Termine von israelsolidarischen Veranstaltungen gesammelt werden. Wir hoffen so, einerseits die Unzumutbarkeit der aktuellen Stimmung aufzuzeigen, welche wesentlich durch die Inaktivität großer Teile des zivilgesellschaftlichen und emanzipatorischen linken Spektrums geprägt ist. Andererseits wollen wir Engagement gegen den grassierenden Antisemitismus bündeln und verstärken. Um dieses Vorhaben inhaltlich zu begleiten, werden über diesen Blog zudem Hintergrundtexte zur Verfügung gestellt.

Da die derzeitige Lage nicht zu erklären ist, ohne die inhaltliche Verknüpfung zwischen antizionistischer Stimmungsmache und antisemitischen Ressentiments, rufen wir zur Intervention gegen israelfeindliche Demonstrationen auf. Dabei kann dies nur einer erster Schritt bei der Bekämpfung von Antisemitismus sein – einer Ideologie, die mit der bürgerlichen Gesellschaft aus dem Antijudaismus entstanden und seit je her in allen Gesellschaftsschichten verbreitet ist.

Vortrag mit Felix M. Steiner: „Die rassistischen Anti-Asylproteste & die Strategie der extremen Rechten“

Wir haben mal wieder einen Vortrag für euch! Diesmal haben wir, in Kooperation mit dem AStA der Uni Siegen und Links im Dialog, Felix M. Steiner nach Siegen geholt, der über die in den letzten Jahren in Quantität und Qualität gestiegenen Proteste gegen AsylbewerberInnen sprechen wird:

Die rassistischen Anti-Asylproteste & die Strategie der extremen Rechten

In den letzten Jahren kam es zu einem Anstieg der Asylanträge in Deutschland. Gleichzeitig urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Leistungen für Flüchtlinge mit dem „Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums […] unvereinbar“ sind. Damit bekam das Thema Asyl in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit, auch von extrem rechter Seite. Die Hetze gegen Flüchtlinge hat in den letzten beiden Jahren immer mehr zugenommen und damit einhergehend auch die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Doch mit welcher Strategie will die extreme Rechte mit dem Thema Asyl in der „Mitte der Gesellschaft“ ankommen? Wie versuchen die Akteure Protest zu mobilisieren? Und ist die Situation mit den 1990er Jahren vergleichbar? Genau um diese Fragen und eine Einschätzung zur aktuellen Situation soll es im Vortrag gehen.

Felix M. Steiner arbeitet als freier Journalist vor allem im Themengebiet extreme Rechte in Deutschland. Er gehört unter anderem zur Redaktion des Blogs Publikative.org, schreibt für Zeit-Online-Störungsmelder und andere Medien.

07.07.2014
19:00 Uhr
Uni Siegen, Adolf-Reichwen-Campus, Gelber Hörsaal


Die Lesung aus Erich Mühsams Tagebüchern zum Hören

Am 25.05. hatten wir Chris Hirte zu Gast, der aus den „Kriegstagebüchern“ (1914-1916) Erich Mühsams vorgelesen hat. Wir haben die Lesung aufgezeichnet, mittlerweile nachbearbeitet und zum Hören und Downloaden hochgeladen! Den Player gibt’s hier im Post, zum Downloadlink kommt man über den im Player integrierten Link. Viel Spaß damit!

Vortrag und Lesung mit Chris Hirte: Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Kaum ist Markus End weg (Danke nochmal für den super Vortrage und Danke an alle Gäste!) haben wir schon die nächste Veranstaltung für euch. Der Beginn des ersten Weltkriegs jährt sich bekanntlich in diesem Jahr zum hundertsten Mal. Diese Zeit hat der Dichter und Anarchist Erich Mühsam in seinen Tagebücher festgehalten, aus welchen Chris Hirte uns am kommenden Sonntag (25.05.14) vorlesen wird:

Erich Mühsams „Tagebücher“ über die Kriegsjahre 1914-1916

Vortrag und Lesung mit Chris Hirte
Sonntag, 25.05.14
18 Uhr
VEB Siegen

Erich Mühsam hat 15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, Tagebuch geführt und sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Seine Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 bis 1916 (Band 3-5) sind eine Chronik des I. Weltkrieges. Er erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte der nationalen und internationale Presse über die Kriegsgräuel und den Völkermord an den Armeniern. Immer wieder sucht er vergeblich nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung. Auch den Alltag abseits der Front schildert er eindringlich, die steigenden Lebensmittelpreise, die Proteste dagegen und den aufkeimenden Antisemitismus.
Die historisch-kritische Ausgabe der „Tagebücher“ wird von Chris Hirte und Conrad Piens herausgegeben. Sie erscheint in 15 Bänden im Verbrecher Verlag und zugleich als Online-Edition.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen, des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung (Links im Dialog) und des FSR GG LaBaMa.

Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als zentrale Figur der Schwabinger Bohème war er befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger, Fanny zu Reventlow und vielen anderen. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des „Simplicissimus“ und der „Jugend“. Von 1911 bis 1919 gab Erich Mühsam in München die Zeitschrift „Kain“ heraus. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde.

1933 wurde er verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet. Sein Tod jährt sich 2014 zum 80. Mal.

Vortrag und Diskussion: „Überall dort, wo viele Roma auftauchen, gibt‘s Probleme und keinerlei Lösungen“ – Die Debatte um „Armutszuwanderung“ in deutschen Medien – mit Markus End

Thematisch an unsere Mobilisierung zur Demonstration „»Duisburg, mon Amour«!? – Gegen die rassistischen und antiziganistischen Zustände“ anknüpfend haben wir einen Vortrag organisiert, zu dem wir euch hiermit herzlich einladen möchten:

„Überall dort, wo viele Roma auftauchen, gibt‘s Probleme und keinerlei Lösungen“ – Die Debatte um „Armutszuwanderung“ in deutschen Medien

Vortrag und Diskussion mit Markus End (u.A. Herausgeber der Buchreihe Antiziganistische Zustände)

Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als „Zigeuner“ diskriminiert und teilweise verfolgt. In den letzten zwei Jahren wurde in deutschen Medien eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer sogenannten „Armutszuwanderung“ ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende „Anwohner“ berichten über „Müll“, „Lärm“ und „Kriminalität“, der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnen vor der Gefährdung des sozialen Friedens“.
Im Vortrag soll diese Debatte und insbesondere die mediale Berichterstattung genauer untersucht und kritisiert werden. Anhand verschiedener Beispiele wird auf Mechanismen und Argumentationsweisen medialer Berichterstattung eingegangen, die beteiligten Akteur*innen werden genauer beleuchtet, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren der Debatte einzugehen.

Donnerstag, 15.05.2014
19 Uhr
VEB Siegen
Marienborner Straße 16

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen und des autonomen Referats für kritische Wissenschaft und politische Bildung (Links im Dialog).

Infoveranstaltung: “Von Problemhäusern und Klaukids”

Am 30.04.2014 rufen wir, gemeinsam mit anderen Gruppen aus NRW, zu einer Demonstration gegen Rassismus und Antiziganismus in Duisburg auf. Wieso es gerade in Duisburg notwendig ist eine solche Demonstration zu veranstalten erfahrt ihr im Aufruf zur Demo.

Zu diesem Anlass möchten wir euch zu einer Informationsveranstaltung einladen, auf der über die Situation in Duisburg und die geplante Demo berichtet werden soll. Dazu besuchen uns ReferentInnen der Intiative gegen Duisburger Zustände, die zu den aufrufenden Gruppen zählt. Die Veranstaltung findet am Mittwoch den 09. April um 19:00 Uhr im VEB Siegen statt:

Von Problemhäusern und Klaukids – Antiziganismus in Duisburg Infoveranstaltung mit ReferentInnen der Initiative gegen Duisburger Zustände

Seit nunmehr fast zwei Jahren breitet sich in Duisburg mehr und mehr eine antiziganistische Stimmung – bis hin zu Übergriffen – aus. In der Presse bestimmen Schlagzeilen über “Problemhäuser” und “Klaukids” sowie Panikmache vor vermeintlichen “Zuwandererströmen” das Bild. Dadurch fühlen sich Rassist*innen aller Couleuer ermutigt, ihrem Hass in sozialen Netzwerken freien Lauf zu lassen. Auf der Straße formieren sich sogenannte “Bürgerproteste” die ins gleiche Horn stoßen. Auch an den Urnen der letzten Wahl hat sich diese Stimmung deutlich wiedergespiegelt. Dabei kommen die Stichwortgeber antiziganistischer und rassistischer Hetze nicht aus der radikalen Rechten, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. Von Polizeisprechern bis hin zum Oberbürgermeister bricht sich ein xenophober Furor Bahn.

Bei der Veranstaltung wird es darum gehen, die hinter diesen Ereignissen stehenden Ressentiments aufzuzeigen und mögliche Reaktionen zu diskutieren. Des weiteren wird im Rahmen der Veranstaltung über eine antifaschistische Demonstration am 30.04. in Duisburg informiert werden, die sich gegen den Antiziganismus und Rassismus vor Ort richtet.
Mehr Infos zur Demonstration gibt es unter:

http://duisburgmonamour.org/

Die Initiative gegen Duisburger Zustände (IgDZ) ist ein ideologiekritisches Bündnis aus der Region.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Linken Liste Siegen (lili.blogsport.de) und dem au­to­no­men Re­fe­rat für kri­ti­sche Wis­sen­schaft und po­li­ti­sche Bil­dung (Links Im Dialog).

Mittwoch, 09.04, 19:00 Uhr

Wir sehen uns am 09.04 im VEB – und am 30.04 in Duisburg!