Redebeiträge zum 8. Mai

Hier die Redebeiträge unserer heutigen Auftaktveranstaltung zur Aktion „In was für einer Stadt leben wir eigentlich?!“ Mit dieser Aktion wollen wir die Umbenennung von Straßen in Siegen erreichen, die nach Nationalsozialisten oder deren Vordenkern benannt sind.

  • Rede über den 8. Mai als *.pdf
  • Beitrag über die kritikwürdigen Straßennamen Siegens als *.pdf
  • Wir danken allen, die zu unserer Veranstaltung gekommen sind und laden alle Gruppen und Einzelpersonen herzlich ein, sich der Kamapgne anzuschließen.

    Flugblatt/Rede zum Roten 1. Mai in Siegen

    Hier noch einmal unser Flugblatt/Redebeitrag zum Roten 1. Mai in Siegen über das Zentrum für Friedenskultur als *.pdf.

    Wir machen’s…

    Liebe KommilitionInnen, liebe FreundInnen,
    liebe GenossInnen, liebe Konterrevolutionäre,

    da auch die letzte Sitzung des Studierendenparlaments (Mittwoch, 29.02.12) keinen neuen AStA zustande gebracht hat, die Jusos mithin langsam kalte Füße kriegen, uni-grün zu verstehen beginnt, dass tatsächlich auch der letzte Baum abgeholzt werden muss um funktionstüchtige Kopierer zu erhalten und selbst der RCDS sich langsam darüber klar wird, dass die Schwatzbude Mensuren am Genital nicht als Evidenz von Kraft, Stärke und Deutschtum versteht, müssen auch wir uns langsam fragen, an welchem Herd wir unser hochschulpolitisches Feuerchen 2012 denn so entzünden wollen. Also haben wir kurzerhand entschlossen: Wir machen´s. Keine Frage.

    Die Jusos dürften mithin beruhigt aufatmen, warb doch ihr einstiger Ministerpräsident (NRW), Wolfgang Clement (Befürworter von Studiengebühren – damals ´Studienkontenmodell´ genannt – und auch sonst ein Arschloch vor dem Herrn…) mit dem schönen Spruch: „Weil er es kann!“.

    Nun, auch wir können es noch! Selbstverständlich, stellten wir doch im Superwahljahr 2006/07 den (mittlerweile legendären) Allgemeinen Studierendenausschuss und pflasterten trotz der RCDS-Greuelpropaganda („Die Kommunisten wollen mit ihren 20 Millionen Toten den neuen Parkplatz am AR schottern…“) keine Parkplätze und/oder Mensurnarben.

    Wir würden also nochmal in die Bresche springen – Ehrensache – und den AStA stellen. Die Jusos bestanden auf einer Erhöhung ihrer AStA-Entourage-Gehälter von 580 auf 670 Euro. Auch wir würden uns gerne für Kohle den Arsch im Turm plattsitzen – aber nicht unter einsachtnetto. Wir wissen was wir uns und euch wert sind.

    Wir werden allerdings, soviel dürfen wir verraten, nicht warten bis man auf uns zukommt – unnötige Zeitverschwendung. Wir werden bei der nächsten Stupa-Sitzung mit den zu bennenden 15 AStA-ReferentInnen (2 X Innenkoordination, 2 x Außenkoordination, 2 x Linksaußenkoordination, 1 Rechtsverteidiger, 2 Bier- und BratwurstfestreferentInnen, 1 DJ für den Stereoklub, 2 Türsteher Marke „Schrankwand“, 1 Soziopath und 2 richtig harte Koksnasen) auftauchen und den Laden übernehmen. Das sind wir nicht nur uns, das sind wir euch schuldig. Schließlich war unser Motto schon immer: Alles für die Studierendenschaft!

    „’You can´t always get what you want’ ist nicht dasselbe wie ´you always have to try´”.
    (Concord)

    Knutscha,
    Eure Lili (AStA-tragende Liste).

    PS: Den ganzen Text noch mal schön formatiert hier als *.pdf.

    M31 Mobilisierungsveranstaltung – Nachtrag

    Liebe Freundinnen und Freunde,

    wir möchten noch einmal gesondert darauf hinweisen, dass die Mobilisierungsveranstaltung zum 31. März (dem europaweiten antikapitalistischen Aktionstag in Frankfurt/Main), die am Mittwoch, 7.3., ab 19 Uhr im VEB Siegen stattfindet, neben dem praktisch-organisatorischen Part auch einen inhaltlichen Teil haben wird.

    Wir möchten diese Veranstaltung nutzen, um ins Gespräch zu kommen: Wie ist die gegenwärtige Krise entstanden? Sind Krisen dem Kapitalismus inhärent? Wie entsteht eigentlich Staatsverschuldung? Wie ist die konkrete Situation in Griechenland/Spanien? Was ist die Aufgabe der europäischen Zentralbank?
    Und – vor allem: Wie kann Gegenwehr, wie kann ein wirksamer Widerstand gegen das kapitalistische System, organisiert werden? Haben wir überhaupt eine Chance?

    Vor dem Hintergrund der, sich stetig verschärfenden, Krise des kapitalistischen Systems in Europa (und darüberhinaus) ist es dringlicher denn je sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam für eine bessere Zukunft, für eine bessere, lebenswertere Gesellschaftsform zu kämpfen. 

    Wir würden uns also freuen, wenn ihr zur Diskussionsveranstaltung kommt und am 31. März mit uns nach Frankfurt/Main zum europaweiten Aktionstag fahrt.

    Solidarische Grüße,

    Linke Liste der Universität Siegen (LiLi Siegen)

    M31 Mobilisierungsveranstaltung

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    liebe Genossinnen und Genossen,

    hiermit möchten wir euch herzlich zu einer Mobilisierungsveranstaltung zum M-31, dem europäischen Aktionstag gegen Kapitalismus (am 31. März in Frankfurt), einladen. Die Mobilisierungsveranstaltung findet am 7. März um 19 Uhr in den Räumen des VEB Siegen statt.

    GenossInnen von projekt k werden uns einen Überblick über den derzeitigen Stand der europaweiten Mobilisierung, die Hintergründe der Demonstrationen und Aktionen und die konkreten Interventionsmöglichkeiten vor Ort geben.

    Die Demonstrationen und Aktionen am 31. März in Frankfurt werden getragen von einem breiten Bündnis von Gruppen und Einzelpersonen, die eben nicht daran glauben, dass der Kapitalismus in irgendeiner Art und Weise reformierbar ist oder dass „Gier und Korruption einer kleinen Elite“ die Finanzmärkte zusammenbrechen lassen, sondern dass die Krise der „alltäglichen Profitlogik“ inhärent ist – die Krise ist nicht der Ausnahmezustand, sondern sie ist Teil des kapitalistischen Systems, dass es in Gänze zu bekämpfen gilt. „Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft“ heißt es im Aufruf zur Demonstration, „wir müssen selbst dafür sorgen“.

    Der 31. März wird ein radikales Zeichen gegen die „Sparpolitik“ der Regierungen, gegen die Niederschlagung sozialer Kämpfe und für eine emanzipatorische Gesellschaftsformation in ganz Europa setzen. Gruppen und Gewerkschaften aus Griechenland, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Polen und Spanien werden am selben Tag auf die Straße gehen und sich gegen ein System stellen, das Hunger, Zwang und Inhumanität jeden Tag aufs Neue zu seinen Prinzipien erhebt. Organisierter Widerstand ist mithin nötiger denn je.

    Die Mobilisierungsveranstaltung in Siegen dient nicht zuletzt der Koordination der gemeinsamen Anreise nach Frankfurt. Falls ihr also plant am Aktionstag teilzunehmen, würden wir uns freuen den Tag gemeinsam mit euch zu planen.

    Eure LiLi

    Den Einladungstext findet ihr hier noch einmal als *.pdf zum Ausdrucken und Verteilen.

    m31 banner

    M31 – Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus

    Die LiLi schließt sich dem internationalen Bündnis linker Gruppen und Basisgewerkschaften an, das für den 31. März 2012 zu einem europaweiten antikapitalistischen Aktionstag aufgerufen hat. Der deutsche Ableger dieses M31 Bündnisses plant eine Demonstration in Frankfurt/Main, zu der bundesweit mobilisiert werden soll. Wir als LiLi werden Anfang März eine Mobilisierungsveranstaltung in Siegen organisieren.

    Über die Proteste im Frühjahr hinaus soll dieses Bündnis auch eine Vernetzungsgrundlage sein für weitere Koorperation linker Gruppen und Gewerkschaften. Lest den Aufruf dazu hier.

    In Kürze werden wir uns ausführlicher zu unserer Entscheidung, das Bündnis zu unterstützen, äußern.

    m31 banner

    Vortrag: Kurden, Störenfriede der nationalen (Un-) Ordnungen im Mittleren Osten

    Am Donnerstag, 23. Februar 2012 laden Links im Dialog und die LiLi Siegen Ulf Petersen aus Köln in das VEB Siegen ein. Petersen ist Reisender, Blogger und Kurdistan-Experte. Er wird uns einen Überblick über die, in mehrfacher Hinsicht, schwierige Lage der kurdischen Bevölkerung in der Region geben. Wir laden zu einer Diskussion, die sich nicht am Nationalismus, welcher Couleur auch immer, oder alten antiimperialistischen Formeln orientiert, sondern auch an der Frage nach dem (Über-) Leben der kurdischen Menschen und ihrer Kultur.

    Ankündigungstext:

    Die mythische „Wiege der Menschheit“, das Land zwischen Euphrat und Tigris (Zweistromland = Mesopotamien), wird von der Ethnie der Kurden bevölkert. Ihre Siedlungsgebiete liegen in den heutigen Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien. Die Staatsgründungen nach dem ersten Weltkrieg (Türkei, Irak und Syrien) gingen an den Kurden vorbei, sie wurden als in verschiedenem Ausmaß unterdrückte große Minderheiten integriert. Ein innerer Feind, Störenfried der neu zu schaffenden Nationen.
    Der türkische Soziologe und Marxist İsmail Beşikçi bezeichnete Kurdistan in den 1980er Jahren als „internationaler Kolonie“. Die Aufstände der Kurden, zuletzt der 1984 begonnene Guerillakrieg der PKK in der Türkei, glichen dem Kampf gegen eine Besatzungsmacht.
    Die irakischen Kurden wurden nach der Besatzung des Irak zur wichtigsten Stütze für die USA und haben ein symbolträchtiges Quasi- Kurdistan durchgesetzt. In Syrien und im Iran sind die Kurden Teil der explosiven, „balkanischen“ ethnischen Gemengelagen und stören den arabischen bzw. persischen Herrschaftsanspruch. In der Türkei geht der Staat mit großer Härte gegen die zivile kurdische Opposition vor und nutzt den sunnitischen Islam als politische Waffe gegen die kurdische Freiheitsbewegung und die Linke.
    Die türkischen Kurden fordern nach wie vor ihr Recht auf Selbstbestimmung ein. Der Wunsch nach einem eigenen Staat ist in den letzten 10 bis 15 Jahren durch das heute als „demokratische Autonomie“ bezeichnete Konzept Abdullah Öcalans ersetzt worden, das die bestehenden Staatsgrenzen nicht antastet und mit sozialistischen, feministischen und ökologischen Gesellschaftsvorstellungen verbunden ist.
    Angesichts der 2011 begonnen arabischen Revolten und der dramatischen Entwicklungen zu Syrien, Irak und Iran (Kriege/Aufstand/Zerfall?) ist alles offen, die Utopie eines freien Kurdistans und der kurdische Nationalismus behalten ihre Kraft, im Guten wie im Schlechten.

    ACTA

    Anlässlich des europaweiten Aktionstages gegen das internationale Handelsabkommen ACTA ein Text eurer LiLi über ACTA und warum das Internet in seiner jetzigen Form im Kapitalismus keine Zukunft haben kann.

    Den Text bekommt ihr im PDF-Format hier.

    Was bisher geschah

    Auch im neuen Jahr war eure LiLi nicht untätig.

    Am 17. Januar durften wir zuammen mit Links im Dialog Ronny Blaschke im KultKaff der Uni Siegen begrüßen. In seinem Vortrag berichtete er darüber, wie Neonazis die deutsche Fußballfanszene(n) und Vereinsstrukturen für ihre Propaganda und zur Etablierung neuer rechter Strukturen nutzen.

    Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass es uns gelungen ist, Diedrich Diederichsen, der sich anlässlich der Tagung „zur Aktualität der Boheme nach 1968″ in Siegen befand, am 2. Februar auch in das VEB Siegen einzuladen. Auf Vorschlag von Diederichsen fand dann dort eine offene Diskussion über aktuelle politsche und kulturwissenschaftliche Themen statt.

    Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht und wir möchten uns hier noch einmal ausdrücklich bei allen Gästen und natürlich bei den Referenten bedanken!

    Zum 16. Dezember

    Die Kritik einer Veranstaltung wie das anlässlich der Bombardierung Siegen im Zweiten Weltkrieg durchgeführte „GehDenken“, sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass eine Gruppe wie das „Siegener Bündnis für Demokratie“ alles andere als homogen ist. Die politische Bandbreite reicht von CDU Rechts-außen, die immer noch leugnen, das Deutschland den Aggressor dargestellt hat, über links-liberal bürgerliche Kräfte, welche zwar erkennen, dass der Bombenkrieg nur zu seinem Ausgangsort zurückkehrte, darin aber immer noch einen unverhältnismäßigen Akt sehen, bis hin zu ausgesprochenen Linken, die beharrlich auf die Wichtigkeit Siegens für die Nazi-Militär-Maschinerie hinweisen.

    All diesen Positionen ist jedoch gemein, dass sie die Idee hinter der von den Briten seit Anfang 1942 verfolgten Strategie des ‚area bombing‘ verkennen. Jene Bomben, die Siegen am Nachmittag des 16. Dezembers 1944 trafen, waren keines Wegs „falsch adressiert“ und trafen eine unschuldige Zivilbevölkerung. Letztlich kam der „totale Krieg“ nur zu jenen zurück, die ihn sich mit lautem ja! ja! ja!-Geschrei herbei gesehnt hatten. Das ‚area bombing‘ auch ‚moral bombing‘ sollte eben jene Volksgemeinschaft bis ins Mark erschüttern und im besten Falle zu einer Selbstbefreiung der Deutschen vom nationalsozialistischen Apparat führen. Es muss dem isolierten Großbritannien so erschienen sein, als sei diese Strategie die erfolgversprechendste Alternative Deutschland, das zu diesem Zeitpunkt von der französischen Atlantikküste bis vor die Tore Moskaus reichte, etwas entgegen zu halten. Anders lässt es sich nicht erklären, welche enormen materiellen und vor allem personellen Verluste in Kauf genommen wurden.

    Wer außerdem lediglich den „Opfer[n] von Krieg und Gewaltherrschaft“ gedenkt, die individuellen Schicksale zu einer anonymen Masse vereinigt, der ist in seinem Denken nicht über jene in den Luftschutzbunkern realisierte deutsche Schicksalsgemeinschaft hinaus, auf der die Nazi-Ideologie fußte. Wenn die Rede von einem „alliierten Bombenholocaust“ unverhohlen Täter- und Opferrollen vertauscht, so mag auch bürgerliches „Gedenken der Bombenopfer“ diese Funktion ebenfalls erfüllen, wenn gleich subtiler.

    Zum Weiterlesen:

    Jost Eisenstein: Eschatologie: Phosphor.